Festivalpreis 2010

«Goldene Kuh von Langnau»:

Ernst Mattiello, Schweiz (links im Bild)

 

«Silberne Kuh von Langnau»:

Ari Plikat, Deutschland

 

«Bronzene Kuh von Langnau»:

Caspar Frei, Schweiz/Italien (rechts im Bild)

 

 

 

 


 

 

 

Ernst Mattiello, Schweiz

 

«Goldene Kuh von Langnau» 2010

für den Cartoon «Wie du mir»

 

Mit seinen knapp formulierten Papierreliefs gibt Mattiello seinen Bildgeschichten eine überraschende, trickfilmartige Präsenz. Der Cartoon schildert die Begegnung einer eher offensiven Dame mit einem katholischen Kirchenmann. Dieser lupft zum Beweis seiner Keuschheit seine Soutane, worunter – nichts – zum Vorschein kommt, nicht einmal leeres Papier, das im Relief schlicht weggeschnitten ist.

 

Ein höchst eigenwilliger Cartoon, der den Wahnsinn einer verlogenen Moraldiktatur in entwaffnender Weise blossstellt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ari Plikat, Deutschland

 

«Silberne Kuh von Langnau» 2010

für den Cartoon «Hunger»

 

Mit lapidar einfacher Zeichensprache führt uns Ari Plikat in die Küche eines Zeitgenossen, dessen seelische Einheit ganz offensichtlich relativ geworden ist. Besonders berührt uns der verständnisvolle Ton des Gehirns, das bereits in der Pfanne brutzelt, dieweil es seinem Herrn in rührender Selbstlosigkeit die eigene Verspeisung beliebt macht: Was solls – ich habe Hunger.

 

Ein vielschichtiger Cartoon, dessen bizarre Komik sich erst nach zwei, drei Sekunden erschliesst.

  

 

Caspar Frei, Schweiz/Italien

 

«Bronzene Kuh von Langnau» 2010

für den Cartoon «Halleluja»

 

Caspar Frei führt in seinem zweiteiligen Cartoon den Wahnsinn des Selbstmord- Terrorismus in aberwitziger Weise ad absurdum. Minutiös entwirft er eine Parkanlage in einem fernen Wüstenstrich, wo sich Männer und Frauen mit ihren Sprengstoffgürteln frei bewegen und diese – unschädlich für Unbeteiligte – in aller Ruhe zur Detonation bringen können. Begleitet wird die realistisch gezeichnete Szene von einem Textblatt, worin die Medien der Welt die soeben erlassene Fatwa zur Beendigung des Bombenterrors mit fetten Lettern an die Weltöffentlichkeit weitergeben.

 

Ein engagierter, brillianter Zeitkommentar.

 

  

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