Offizieller Festivalpreis 2010


Die «Goldene Kuh von Langnau» – in Gold, Silber und Bronze.

Die «Goldene Kuh von Langnau» ist mit 2010 Franken dotiert, die «Silberne Kuh» mit 1500 Franken und die «Bronzene Kuh» mit 1000 Franken. Die Preisgelder sind von «Egger Bier» und «Paperblanks» gestiftet.

 

Die Jury:

Reto Mettler (Präsident), Künstlerischer Leiter des Int. Cartoon Festivals Langnau 

Jutta Pichler, Direktorin des Karikaturmuseum Krems, Österreich

Simone Thalmann, Kunsthistorikerin, Langnau

Max Egger, Brauerei Egger Worb

Michael Hug, Chefredaktor der Berner Zeitung, Solothurn 

 

Im Bild: Gewinner der «Goldenen Kuh von Langnau» Ernst Mattiello (Schweiz, links) und der «Bronzenen Kuh von Langnau» Caspar Frei (Schweiz/Italien, rechts). Der Gewinner der «Silbernen Kuh von Langnau», Ari Plikat (Deutschland) war nicht persönlich anwesend. 

 

 

 

 

 

Die Goldene Kuh von Langnau 2010 geht an:

 

Mattiello / Ernst Mattiello (Schweiz)

für den Cartoon „Wie du mir“

 

Mit seinen knapp formulierten Papierreliefs gibt Mattiello seinen Bildgeschichten eine überraschende, trickfilmartige Präsenz. Der Cartoon schildert die Begegnung einer eher offensiven Dame mit einem katholischen Kirchenmann. Dieser lupft zum Beweis seiner Keuschheit seine Soutane, worunter – nichts – zum Vorschein kommt, nicht einmal leeres Papier, das im Relief schlicht weggeschnitten ist.

Ein höchst eigenwilliger Cartoon, der den Wahnsinn einer verlogenen Moraldiktatur in entwaffnender Weise blossstellt. 

 

 

 

 

 

 

 

Die Silberne Kuh von Langnau 2010 geht an:

 

Ari / Ari Plikat (Deutschland)

für den Cartoon „Hunger“

 

Mit lapidar einfacher Zeichensprache führt uns Ari Plikat in die Küche eines Zeitgenossen, dessen seelische Einheit ganz offensichtlich relativ geworden ist. Besonders berührt uns der verständnisvolle Ton des Gehirns, das bereits in der Pfanne brutzelt, dieweil es seinem Herrn in rührender Selbstlosigkeit die eigene Verspeisung beliebt macht: Was solls – ich habe Hunger.

Ein vielschichtiger Cartoon, dessen bizarre Komik sich erst nach zwei, drei Sekunden erschliesst.

  

 

Die Bronzene Kuh von Langnau 2010 geht an:

 

Caspar Frei (Schweiz/Italien)

Für den Cartoon „Halleluja“

 

Caspar Frei führt in seinem zweiteiligen Cartoon den Wahnsinn des Selbstmord- Terrorismus in aberwitziger Weise ad absurdum. Minutiös entwirft er eine Parkanlage in einem fernen Wüstenstrich, wo sich Männer und Frauen mit ihren Sprengstoffgürteln frei bewegen und diese – unschädlich für Unbeteiligte – in aller Ruhe zur Detonation bringen können. Begleitet wird die realistisch gezeichnete Szene von einem Textblatt, worin die Medien der Welt die soeben erlassene Fatwa zur Beendigung des Bombenterrors mit fetten Lettern an die Weltöffentlichkeit weitergeben.

Ein engagierter, brillianter Zeitkommentar.

 

  

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